Heide Simonis setzt sich für Patientenrechte ein

Pressemitteilung

Die ersten 100 Tage als Vorsitzende des Patientenombudsvereins Schleswig-Hostein

Bad Segeberg (9. Februar 2012): Heide Simonis (68), seit 100 Tagen neue Vorsitzende des Vereins Patientenombudsmann/-frau Schleswig-Holstein e.V. setzt sich dafür ein, dass die Rechte der Patienten gegenüber den Akteuren im Gesundheitswesen gestärkt werden. „Wir müssen die Patientinnen und Patienten in Schleswig-Holstein in die Lage versetzen, möglichst selbstständig ihre Rechte gegenüber den Leistungserbringern wahrzunehmen“, so Simonis.  „Der Patientenombudsverein informiert und berät Ratsuchende mit dem Ziel, ihre Entscheidungskompetenz zu stärken, Lösungsstrategien für Probleme aufzuzeigen und Konflikte im Gesundheitswesen zu schlichten.“

Mehr Unterstützung für den Dialog im Gesundheitswesen
Bereits während ihrer Amtszeit als Ministerpräsidentin (1993-2005) habe Simonis gemerkt, wie schwierig es oft für Patienten sei, ihre Ansprüche durchzusetzen und als gleichberechtigter Partner im Gesundheitswesen aufzutreten. Ein grundlegendes Problem liege im häufig komplizierten Patientendialog. „Die Anfragenstatistik der Patientenombudsleute wird angeführt von Beschwerden über mangelnde Kommunikation und Unverständnis zwischen Patient und Leistungserbringer“, erläutert Simonis. Für sie stehe eine partnerschaftliche Kommunikation im Fokus, da diese das Vertrauensverhältnis zwischen Patienten und ihren Gesundheitspartnern stärke und letztendlich zur Effizienzsteigerung des Gesundheitswesens beitrage.

Um den Patienten für einen gleichberechtigten Dialog den Rücken zu stärken, will Simonis das Informationsangebot auf der Internetplattform „Medfindex“, einem Online-Portal des Ombudsvereins mit Gesundheits-Glossar und Kontaktadressen von Selbsthilfegruppen, ausweiten. „Selbsthilfevertreter sind wichtige Akteure bei der Schaffung von Patientenkompetenz“, begründet Simonis ihr Vorhaben.
Wichtig in diesem Zusammenhang sei auch, dass sich der Patientenombudsverein verstärkt in der Öffentlichkeit präsentiere. „Im Sinne eines funktionierenden Gesundheitssystem möchten wir die Patienten ermutigen, sich mit ihren Problemen an uns zu wenden. Wir wollen, dass Patienten die Leistungen erhalten, die ihnen im Rahmen der Gesetzgebung zustehen. Uns geht es aber auch darum, Differenzen zu klären und unterschiedliche Auffassungen über eine fundierte Moderation zu schlichten, um nach Möglichkeit Gerichtsverfahren zu vermeiden.“
Um den Bekanntheitsgrad des Patientenombudsvereins zu steigern, wird im Frühjahr dieses Jahres landesweit eine aktualisierte Informationsbroschüre über den Verein verteilt und die Präsenz der Patientenombudsleute auf regionalen Messen ausgeweitet.

Mehr Pflegeanfragen durch demografischen Wandel erwartet
Eine große Herausforderung für die Arbeit der Patientenombudsleute sieht Simonis im demografischen Wandel. Aufgrund der veränderten Altersstruktur erlange der Patientenombudsverein eine große und weiter wachsende Bedeutung. Naturgemäß steige der Beratungsbedarf insbesondere zum Thema Pflegeversicherung mit zunehmenden Alter. „Laut Statistik ist in Schleswig-Holstein im Jahr 2025 jeder vierte Bürger über 65 Jahre alt. Das wird die Anzahl der pflegebedürftigen Patienten erhöhen und die Arbeit der Patientenombudsleute beeinflussen. Schon heute bearbeitet die Pflegeombudsfrau rund 40 Prozent aller Anfragen zum Thema Pflegeleistungen.“ Um diesen Herausforderungen zu begegnen, stehe der Patientenombudsverein der Politik für Gespräche zur Verfügung, um maßgeschneiderte und langfristig ausgerichtete Gesundheits-Konzepte im Umgang mit den demographischen Veränderungen zu finden.

Unabhängige Beratung für die Zukunft sichern
Den Vorteil des schleswig-holsteinischen Patientenombudsvereins gegenüber anderen Patientenberatungen sieht Simonis darin, dass er ein Modell ohne staatlich geregelte Zwangsfinanzierung ist. Das erfordere zwar ein fortwährendes Bemühen um finanzielle Förderung, aber nur so sei eine unabhängige Beratung möglich. Und diese sehe Simonis als Grundlage für eine professionelle Patienteninformation.
„Auch zukünftig sollen die Patientenombudsleute keinerlei Weisung der Mitgliedsinstitutionen oder des Vorstands unterliegen“, erklärt die Vorsitzende. Die heterogene Mitgliederstruktur des Patientenombudsvereins garantiere das Agieren der Ombudsleute als neutrale Instanz. Simonis will diese Neutralität stärken und im persönlichen Gespräch weitere Einrichtungen im schleswig-holsteinischen Gesundheitswesen motivieren, Mitglied im Patientenombudsverein zu werden.


Verein Patientenombudsmann/-frau Schleswig-Holstein e.V. (www.patientenombudsmann.de)
Der Patientenombudsverein unterstützt seit 1996 Patienten in Schleswig-Holstein bei Konflikten im Gesundheitswesen. Dabei ergreifen die Ombudsleute als neutrale Instanz nicht einseitig Partei, sondern beraten vermittelnd und schlichtend zwischen Patienten und den Akteuren im Gesundheitswesen.
Die vier Patientenombudsleute und eine Pflegeombudsfrau sind seelsorgerisch oder sozialpädagogisch ausgebildete Personen. Ihre Beratung erfolgt neutral, unabhängig und kostenfrei.
Telefonisch sind die Patientenombudsleute über eine einheitliche Rufnummer zu erreichen: 0 18 05 / 23 53 83*. Die Pflegeombudsfrau ist erreichbar unter der Rufnummer: 0 18 05 / 23 53 84*.
(*14 Ct./Min aus dem deutschen Festnetz, aus dem Mobilfunknetz max. 42 Ct./Min.)

Zu den 66 Mitgliedern des Vereins zählen Gesundheitsinstitutionen, Krankenkassen, soziale Einrichtungen, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Verbände. Vorsitzende des Vereins ist seit dem 2. November 2011 Heide Simonis, ehemalige Ministerpräsidentin Schleswig-Holstein.

Zuständigkeitsbereiche Patientenombudsleute nach Kreisen
Andreas Eilers,
zuständig für die Kreise: Kiel, Rendsburg-Eckernförde, Plön, Segeberg
Klaus Jürgen Horn,
zuständig für die Kreise: Dithmarschen, Neumünster, Pinneberg, Steinburg
Regina Klingsporn
zuständig für die Kreise: Flensburg, Schleswig-Flensburg, Nordfriesland
Henning Steinberg
zuständig für die Kreise: Lübeck, Ostholstein, Herzogtum Lauenburg, Stormarn
Pflegeombudsfrau:
Dagmar Danke-Bayer
zuständig für Schleswig-Holstein gesamt

Ansprechpartnerin für die Presse:
Nicole Brandstetter
Telefon: 01 73 / 6 23 47 77
E-Mail: presse.ombudsverein@t-online.de