Patientenombudsverein Schleswig-Holstein veröffentlicht Tätigkeitsbericht

Pressemitteilung

 

  • Anfragen an Patientenombudsleute steigen um 32 Prozent
     
  • Anliegen an Pflegeombudsfrau erhöhen sich um 48,5 Prozent
     
  • Am häufigsten suchen Patienten Rat bei der Kommunikation mit ihrem Arzt, bei Verdacht auf Behandlungsfehler und bei Rechtsanfragen
     

Bad Segeberg (19. September 2012)
Der Verein Patientenombuds­mann/­-frau Schleswig-Holstein hat seinen sechsten Tätigkeitsbericht veröffentlicht. Die Nachfrage nach Beratung durch die Patientenombuds­leute ist im Vergleich zum Vorjahr um 32 Prozent gestiegen. Die Anfragen an die Pflegeombudsfrau haben sich um 48,5 Prozent erhöht. Insgesamt erreichten die Patientenombudsleute 1.414 Anfragen. Die Pflegeombudsfrau wurde 205 Mal um Rat gebeten.
 

Arzt-Patienten-Kommunikation größtes Problem

Bei den Patientenombudsleuten stehen Beschwerden zu Kommunikationsproblemen an erster Stelle. Insgesamt 397 Menschen beschwerten sich 2011 über kommunikative Probleme mit niedergelassenen Ärzten, Krankenkassen oder im Krankenhaus. Auch bei den Anfragen an die Pflegeombudsfrau stellten die Probleme in der Kommunikation mit 35 Anfragen einen bedeutenden Teil in der Gesamtstatistik dar. „Das sind arlamierende Zahlen“, warnt Heide Simonis, Vorsitzende des Vereins Patientenombudsmann/-frau Schleswig-Holstein. „Wenn das Gespräch zwischen Arzt und Patient nicht beide Seiten zufriedenstellt, bleibt meist auch die Behandlung wenig erfolgreich.“ Patienten wünschten sich in erster Linie, dass der Arzt mit ihnen in einer verständlichen Sprache spreche, ihnen zuhöre und Interesse für sie zeige. 189 Ratsuchende beklagten sich 2011 über mangelnde Kommunikation mit ihrem niedergelassenen Arzt. 87 Patienten beschwerten sich über unpassendes kommunikatives Verhalten von Klinik-Ärzten. „Wichtig bei Beschwerden ist, dass wir uns beide Seiten anhören. Im Mittelpunkt der Arbeit der Ombudsleute steht immer die Schlichtung“, betont die ehemalige Ministerpräsidentin. Nach ihrer Einschätzung könne das Arzt-Patienten-Verhältnis nur so gut sein wie das Gesundheitssystem an sich. „Daher freue ich mich, dass das schleswig-holsteinische Regierungsbündnis in seinem Koalitionsvertrag die Unterstützung des Patientenombudsvereins zugesagt hat. Das bietet uns die Möglichkeit, gemeinsam Lösungen für die Probleme in unserem Gesundheitssystem zu finden.“

Kontinuierlicher Anstieg der Anfragen an die Patientenombudsleute

Neben den Beschwerden zu Kommunikationsproblemen standen 2011 die Themen „Verordnung“ mit 226 und der „Verdacht auf Behandlungsfehler“ mit 221 Anfragen an Platz zwei und drei der Anfragenstatistik der Patientenombudsleute. 174 Mal wurden die Patientenombudsleute um rechtlichen Beistand gebeten und 136 Anfragen beschäftigten sich mit dem Thema Abrechnung. 108 Patienten sahen sich im psychosozialen Bereich schlecht behandelt und 79 Patienten waren unzufrieden mit den organisatorischen Abläufen der medizinischen Leistungserbringer. Hauptbeschwerde war das Thema „Wartezeiten“

Anfragen an die Pflegeombudsfrau: Vermehrt Unterstützung bei Pflegeleistungen angefragt

An erster Stelle stand bei den Anfragen an die Pflegeombudsfrau 2011 das Thema „Pflegeleistungen“. 64 Menschen beklagten sich über mangelnde oder fehlende Auskünfte oder fehlerhafte Bearbeitung von Pflegeleistungen. Die häufigsten Probleme ergaben sich zwischen Pflegebedürftigen und der Kranken- bzw. Pflegekasse (37 Anfragen), gefolgt von Problemen im ambulanten Pflegedienst oder mit der Pflegeleistung in Heimen. Weitere Anfragen an die Pflegeombudsfrau waren Rechtsanfragen, drehten sich um die Medizinische Versorgung, um die Betreuung oder um die Sozialversicherung. Der Tätigkeitsbericht mit Statistiken und Fallbeschreibungen kann im Internet heruntergeladen werden unter:

Tätigkeitsbericht 2011 (PDF 5,28 MB)
oder
www.patientenombudsmann.de/informationen

Verein Patientenombudsmann/-frau Schleswig-Holstein e.V.

Der Patientenombudsverein unterstützt seit 1996 Patienten in Schleswig-Holstein bei Konflikten im Gesundheitswesen. Dabei ergreifen die Ombudsleute als neutrale Instanz nicht einseitig Partei, sondern beraten vermittelnd und schlichtend zwischen Patienten und den Akteuren im Gesundheitswesen. Die vier Patientenombudsleute und eine Pflegeombudsfrau sind seelsorgerisch oder sozialpädagogisch ausgebildete Personen. Ihre Beratung erfolgt neutral, unabhängig und kostenfrei. Telefonisch sind die Patientenombudsleute über eine einheitliche Rufnummer zu erreichen: 0 18 05 / 23 53 83*. Die Pflegeombudsfrau ist erreichbar unter der Rufnummer: 0 18 05 / 23 53 84*. (*14 Ct./Min aus dem deutschen Festnetz, aus dem Mobilfunknetz max. 42 Ct./Min.)

 

Zuständigkeitsbereiche Patientenombudsleute nach Kreisen

Andreas Eilers,
zuständig für die Kreise: Kiel, Rendsburg-Eckernförde, Plön, Segeberg

Klaus Jürgen Horn,
zuständig für die Kreise: Dithmarschen, Neumünster, Pinneberg, Steinburg

Regina Klingsporn
zuständig für die Kreise: Flensburg, Schleswig-Flensburg, Nordfriesland

Henning Steinberg
zuständig für die Kreise: Lübeck, Ostholstein, Herzogtum Lauenburg, Stormarn

Pflegeombudsfrau:
Dagmar Danke-Bayer
zuständig für Schleswig-Holstein gesamt

 

Ansprechpartnerin für die Presse:
Nicole Brandstetter
Telefon: 01 73 / 6 23 47 77
E-Mail: presse.ombudsverein@t-online.de