Schleswig-Holsteins Ehrenbürgerin Heide Simonis stellt 8. Tätigkeitsbericht des Patientenombudsvereins vor

Anlässlich der Vorstellung des 8. Tätigkeitsberichts für das Jahr 2013 erklärt Schleswig-Holsteins Ehrenbürgerin und Vorsitzende des Patientenombudsvereins Heide Simonis:
„Die medizinische Versorgung in Schleswig-Holstein erfolgt auf hohem Niveau. Und doch scheint nicht immer alles zum Besten gestellt. Sowohl unsere Patientenombudsleute als auch unsere Pflegeombudsfrau werden tagtäglich mit den Sorgen der Patienten konfrontiert: Dabei ging es 2013 schwerpunktmäßig um die Einsichtnahme in Patientenakten und um den Verdacht auf Behandlungsfehler. Ein weiteres großes Thema waren die Leistungen der Pflegeversicherung.“

Rund ein Drittel der insgesamt 1.220 Anfragen an den Patientenombudsverein beschäftigen sich 2013 mit dem Verdacht auf Behandlungsfehler. „Bei einem Verdacht auf einen Behandlungsfehler gerät das Vertrauen zum behandelnden Arzt leicht ins Wanken. Die Entscheidung beispielsweise über eine Entschädigung für Komplikationen im Krankheitsverlauf ist dann nicht einfach. Doch der direkte Weg zum Anwalt ist nicht immer die bessere Lösung. Oftmals hilft ein persönliches Gespräch der Patientenombudsleute mit dem Arzt bzw. der Krankenhausleitung“, sagt Heide Simonis. Wenn dann keine Einigung erzielt werden könne, bestehe die Möglichkeit, die Gutachter- und Schlichtungsstelle der Ärztekammer Schleswig-Holstein einzuschalten.

Immer mehr Patienten fordern die Unterstützung der Patientenombudsleute bei der Einsichtnahme in ihre Patientenakte an, obwohl seit 2013 das Recht auf Einsichtnahme in die Patientenakte mit dem Patientenrechtegesetz klar geregelt ist. „Das Verlangen nach Einsicht in Krankenakten wird im ärztlichen Alltag meist als zeitraubende Störung des medizinischen Betriebs erlebt. Die Ärzte müssen jedoch akzeptieren, dass das Patientenrechtegesetz den Patienten ein umfassendes Recht auf Einsichtnahme in ihre Akten einräumt“, erklärt Heide Simonis.

Pflegeleistungen Thema Nr. 1 bei der Pflege-Ombudsfrau
Wer entscheidet über die Höhe der Pflegestufe? Welche Leistungen können bei der Pflegekasse beantragt werden? Diese und andere Fragen zu Leistungen der Pflegeversicherung waren 2013 das Thema Nr. 1 bei der Pflege-Ombudsfrau. „Mit einer wachsenden Zahl älterer Menschen steigen auch die Anforderungen an Gesundheitswesen und Pflege. Zwar werden die Schleswig-Holsteiner immer fitter und bleiben länger leistungsfähig, trotzdem nimmt die absolute Zahl der Pflegebedürftigen weiter zu“, sagt Heide Simonis. Projektionen zufolge, steige die Zahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2020 um rund 30 Prozent. Daher nehme die Beratung zu Pflegethemen in der Arbeit des Patientenombudsvereins einen immer höheren Stellenwert ein.