Patientenombudsmann/-frau
Schleswig-Holstein e. V.
Patienten- und Pflegeberatung in Schleswig-Holstein

Dagmar Jonas

Patientenberatung in den Bereichen Nordfriesland, Flensburg, Schleswig-Flensburg
Patientenombudsfrau Dagmar Jonas

Das konnte ich mir nicht vorstellen

 

Jahresbericht 2018 von Dagmar Jonas

 

Das konnte ich mir nicht vorstellen, auch bei uns gibt es Engpässe bei Medikamenten.

In der „Grippezeit“ hören wir in manchen Jahren, dass es am Impfstoff mangelt, nicht immer, dass keiner mehr vorrätig ist, aber ggf von weiter entfernten Händlern bezogen werden muss. Da jedes Jahr eine bestimmte Zusammensetzung hergestellt wird, ist es schon eher verständlich, dass Engpässe auftreten können.

Nicht bekannt war, dass Medikamente/Wirkstoffe von durchaus häufig verordneten Präparaten auch nicht verfügbar sein können.

Eine Dame rief an, weil das Herzmedikament, das sie seit langer Zeit verordnet bekommt, nun nicht mehr in der bisher verordneten Packungsgröße verordnet werden könne. Sie war verärgert und dachte, es träfe nur sie, vielleicht sogar unfreundlicher Weise. Es wurde ihr mitgeteilt, dass das Medikament z. Z. nur noch in einer kleineren Packungsgröße geliefert werden kann. Das bedeutet: häufige Rezeptanforderungen beim Arzt und ggf. jedes Mal Rezeptgebühren in der Apotheke.

Auf Nachfrage bei der Apothekerkammer erfuhr ich, dass es Lieferprobleme gäbe, zum Zeitpunkt meines Anrufs etwa bei 50 Medikamenten / Wirkstoffen. Hieraus ergibt sich, dass Apotheken von einigen Medikamenten nur noch kontengierte Mengen bekommen. Es fehlt manchmal an Komponenten für die Herstellung der Medikamente oder an Personal bei den Herstellern. Die Hersteller produzieren in großer Entfernung, jedenfalls von Schleswig-Holstein und haben weite Lieferwege.

Den Spediteuren fehlt Personal. Kaputte Straßen, hohes Verkehrsaufkommen und Staus bereiten zusätzliche Probleme.

Die Apothekerkammer hat bereits das Bundesgesundheitsministerium in Berlin informiert, damit die Probleme schnellstens beseitigt werden.

Ein weiterer Fall:
Ein Medikament konnte, nachdem zunächst nur noch kleine Mengen verordnet werden konnten, gar nicht mehr geliefert werden.

Sowohl für den Arzt, als auch für die Apotheke ist das eine zeitaufwendige Situation: Der Arzt verordnet zunächst wie gewohnt, der Apotheker kann nicht liefern, er ruft in der Praxis an, im günstigen Fall hat er eine andere Packungsgröße oder eine Wirkstoffmenge, aus der der Patient seinen Bedarf nach Anweisung zusammenstellen kann. Auf jeden Fall muss ein neues Rezept erstellt werden. Nicht so einfach ist es, wenn ein anderer Wirkstoff gefunden werden muss, der möglicherweise eingesetzt werden kann, oder eben nichts anderes geeignet ist. Für Patienten, die seit Jahren unter Dauermedikation stehen, eine große Sorge, denn eine Umstellung auf ein anderes Präparat/ Wirkstoff, kann Probleme bereiten und ist auch nicht immer möglich.

Für die Betroffenen bringen solche Situationen Ängste mit sich, die für den Verlauf ihrer Krankheit im allgemeinen keinen günstigen Einfluss haben.

Die Apothekerkammer verweist auf eine Internetseite, die informiert, bei welchen Medikamenten / Wirkstoffen z. Z. ein Engpass besteht: BfArM Lieferengpässe.

Natürlich hilft es den Patienten nicht, auch wenn bekannt ist, dass es ihr Medikament / Wirkstoff z. Z. nicht gibt.

Im 2. Fall konnte dann das Medikament in einer anderen Stärke bereitgestellt und die exakte Dosis zusammengesetzt werden.

Bleibt zu hoffen, dass diese Problematik bald behoben sein wird, denn in manchen Fällen kann es für Patienten katastrophale Folgen mit sich bringen.

 

Veröffentlichung aus dem - Tätigkeitsbericht 2018 - (Seite 10-11) des Vereins.

 
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